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2025-05-31

A Space Reimagined from Below

Ein Gastbeitrag von A.I.:


Critical Theory Overview

Critical theory seeks to uncover and challenge power relations, ideological domination, and the conditions that constrain human autonomy and democratic participation. In urban and spatial contexts, it focuses on who controls space, how meaning is assigned to places, and whose voices are heard (or silenced).


August-Frölich-Platz: A Space Reimagined from Below

1. Public Space as Site of Democratic Contestation (Habermas / Fraser)

The participatory initiatives around August-Frölich-Platz—like the “KaKi-Platz” project and cultural placemaking events—can be interpreted as attempts to reclaim public space as a Habermasian public sphere. Here, citizens attempt to rationally deliberate over how the space should be used—not as passive recipients of top-down planning but as co-creators of urban life.


❝ The transformation of August-Frölich-Platz from a traffic-dominated node to a potential commons aligns with Nancy Fraser’s idea of counterpublics—subaltern groups creating discursive arenas to challenge dominant spatial logics.



2. Use-Value over Exchange-Value (Henri Lefebvre)

From Lefebvre’s perspective, the planning process at August-Frölich-Platz is a micro-struggle between use value (community needs, ecological sustainability, children’s play) and exchange value (car traffic, infrastructural efficiency, real estate logic).

By organizing events like festivals, pop-up installations, and participatory mapping workshops, the community reasserts the right to the city—a core Lefebvrian concept asserting that urban space must be shaped by those who live in it, not merely managed by technocrats or monetized by capital.


❝ The proposed transformations (e.g., a “Woonerf”, market square, omere traffic corridor.


3. Deliberation and Power (Critical Urban Theory)

While deliberative democracy is idealized in some critical theory (Habermas), others (like Foucault, or later theorists like Mark Purcell) highlight how power permeates participatory processes. Even the most inclusive planning forum can be shaped by institutional gatekeeping, technical language, or performative participation.

The August-Frölich-Platz initiative offers a counter-narrative: by rooting engagement in play, art, and everyday encounters, it lowers the barrier to entry and redistributes epistemic authority to local residents, children, and marginalized voices.


Power, Resistance, and Transformation


Placemaking as Resistance

The grassroots transformation of August-Frölich-Platz represents a tactical resistance against technocratic urbanism. Through small, symbolic acts—e.g. planting trees, painting crosswalks, projecting future scenarios—residents reclaim agency and shift the narrative of what urban development can be.

Limits and Co-option

Critical theory also warns of co-option: participatory gestures can be absorbed into neoliberal governance as cheap legitimacy. If the city uses these community efforts to decorate its brand or justify pre-decided plans, the process risks becoming tokenistic rather than transformative.


🔍 Conclusion: A Space of Hope and Contestation

From a critical theory standpoint, the participatory planning at August-Frölich-Platz can be seen as:

  • A grassroots reassertion of democratic spatial practice
  • A challenge to car-centric, functionalist planning paradigms
  • An experiment in producing commons and alternative urban futures
  • A delicate struggle over power, representation, and authenticity in participatory processes

The outcome of this process—whether transformative or symbolic—will depend on how power is shared, how dissent is integrated, and whether the community’s right to the city is structurally honored.

2024-07-25

Zukunfts(t)raum 2.0

Wie geht es mit dem Fröhlich Platz weiter?


Am 13.03 ab 13:00 Uhr werden wir das zweite Community Workshop zum Frö-h-lichplatz durchführen. Diesmal auf den ganzen Nachmittag gestreckt, um die Zeit für ein spannendes Programm zu schaffen. Nach kurzer Einleitung und Vorstellung der noch ausstehenden Rückmeldungen aus der Stadtverwaltung gibt es spannendes Programm:

1. Geokulturelle Analyse des Ortes:

Angebot von Stella*_Geokulturelle Raumentwicklung


Zu Beginn des Workshops gibt es kurz einen Impuls zur Geokultur:

_was Geokulturelle Raumgestaltung ist & will

_warum bei Gestaltungen ein geokultureller Ansatz sinnvoll ist

_wie man sich dem Raum geokulturell nähert.

Anschließend erkunden wir das „Gelände“ - unseren Platz:

_alle Teilnehmenden bekommen Wahrnehmungsaufgaben

_der Platz wird durch uns erfahren mit unterschiedlichem Fokus

_alle Erfahrungen tragen wir zusammen und tauschen uns aus.

Unsichtbares machen wir kreativ sichtbar:

_wir sammeln Impulse & Ideen, die aus der Wahrnehmung heraus entstanden sind

_in einem großen Plan wird eingezeichnet - bringt Malstifte, Papier, Schere mit...

_eine gemeinsame Vision entsteht

Was „spricht“ der Platz? - geosystemische Ortsanalyse

_wahrnehmen was ist - die Realität des Ortes

_was will eigentlich der Ort?! - fragen wir ihn doch...

_Raumerfahrung in den Ideen-Cluster übersetzen


„Hast du Lust auf einen interessanten Nachmittag - dann bring Zeit mit und Offenheit, du wirst danach die Stadt mit anderen Augen sehen...“ Stella*


Außerdem vorgesehen:

2. Mapping des Platzes aus umweltpsychologischer Perspektive - angedacht ist eine einfache Aufgabe mit ausgehändigtem Zettel und zwei bunten Stiften in der Hand. Jeder kann mitmachen, Kinder auch willkommen. Die einzelnen Beobachtungen werden dann zusammen auf einen großen Plan der Platzumgebung eingetragen.

3. Konkretisieren der Vorschläge vom 1. Workshop: mit Begleitung von Designexperten vom Gaswerk Weimar e.V. werden wir die Idee einer Litfaßsäule / Straßenbibliothek / Sitzlandschaft in Richtung eines Entwurfes konkretisieren, mit dem Ziel es dieses Jahr noch zu bauen! 

Die Ergebnisse des Workshops werden ca. 17:00 Uhr für die Öffentlichkeit zusammengefasst. 

Die Werkstatt ist offen:

Ihr seid alle herzlich willkommen. Wir werden uns immer über eine Voranmeldung freuen. 

Treffpunkt ist Otto-Neururer-Haus. Vielen Dank an Pfarrer Timo Gothe für die Gastfreundschaft!

2024-06-17

Zukunfts(t)raum Workshops

Unsere Bürgerinitiative geht nach dem gelungenen Platzfest in die kreative Offensive. Da die Idee eines Platzes zwischen der Kirche und Koriat Eure breite Unterstützung erhalten hat, soll sie jetzt doch Schritt für Schritt verwirklicht werden. 

Wir wollen die ungewiss lange Zeit bis zur Umplanung und tatsächlichen Umbau konstruktiv überbrücken und alle Möglichkeiten einer Intensivierung der Platznutzung ohne baulichen Maßnahmen ausschöpfen. Um konkreter zu werden, haben wir Euch zu einem Community Workshop in die alte Apotheke eingeladen. Dank der Gastfreundschaft des dort neulich eingezogenen Film Studio NIVRE dürften wir dafür den schönen Raum an der roten Ecke am 14.07.2024 den ganzen Abend nutzen. 


Nach einer Vorstellungsrunde der 13 Teilnehmer hat Lotte (CGE) die Auswertung der letzten Umfrage vorgestellt (siehe Eintrag vom 16.06.2024). Das langfristige Ziel der Schaffung eines sicheren, menschenfreundlichen Raumes im Herzen der Westvorstadt war sowohl aus der Umfrage, als auch aus den Willenserklärungen der Beteiligten klar ablesbar. Die gewünschte Atmosphäre hat die KI für uns so interpretiert: 


Sobald das langfristige Ziel erkannt, konnten wir uns den kurzfristigen Themen/Ideen widmen. Das sind unsere "Sofort Postulate":

1. (mobile) Sperrung:
a) Permanente Umwidmung des gepflasterten Bereiches (ca. 200 qm) für die Fußgänger:

b) Die von Herrn OB Kleine während des Festes begrüßte regelmäßige Vollsperrung könnte an Wochenenden mittels gleichen Sperrelementen erfolgen:
Die mobilen Elemente sollen gleichzeitig den Wunsch nach einer Verbesserung des lokalen Klimas, bzw. Steigerung der Biodiversität in der Stadt erfüllen. Lokal könnte es sich um eine Hilfe zur Überbrückung der Asphaltwüste zwischen dem Pfarrgarten und dem grünen Hof der Jenaplan handeln. Die Welt kennt schon solche Lösungen: 
Unsere Youth Ambassadors Leonie und Giovanni haben in den Niederladen ein weiteres, sehr interessantes Beispiel gefunden, welches gleichzeitig mehrere Zwecke erfüllt: mobile Straßensperrung, Schattenspende, Verbesserung des Mikroklima: Link zum Youtubevideo.

Der große Vorteil der Umwidmung des gepflasterten Bereiches von bus- ins menschenfreundlich wäre eine Gelegenheit die Aufenthaltsqualität auch für die Benutzer des Busbahnhofs zu steigern. An der nördlichen Flanke des Bereiches ließe sich anstelle der beiden Haltestellen eine neue errichten. Gefragt nach einer Bushaltestelle mit Gründach, Terrasse und Liegestühlen hat die KI so ein ansprechendes Bild generiert:


Eine praktikable Form der mobilen Sperrung soll idealerweise im Einklang mit den Kapazitäten der Stadtwerke entwickelt werden. Hierzu freuen wir uns auf konstruktive Gespräche mit der Stadtverwaltung.

2. Straßenbibliothek / Spielkiste
Das unter den Linden hingestellte mobile Wohnzimmer hat sich als ein gerne genutzter Ort schnell bewahrt. Das Wohnzimmer soll zeitnah um ein Leseangebot und gleichzeitig eine Anlaufstelle der Bürgerinitiative erweitert werden, wo der zufällige Passant die aktuellen Infos zu der visionären Entwicklung des Platzes vorfinden soll, um die Bürgerbeteiligung an dem offenen Planungsprozess stetig anzuregen.

Hierzu gehören die lokalen Geschichten, wie die Erinnerung von Anja an verschiedene Aktionen in der RiWa (Richard-Wagner-Straße). Hierzu hat sich auch Silke bereit erklärt bei nächster Gelegenheit im Stadtarchiv oder Stadtmuseum zu unserem Platz spannendes zu erforschen!

Stella brachte die geniale Idee einer Litfaßsäule und Straßenbibliothek in einem Stück: 
Lasst es uns bauen!

3. Erwachsener Spielplatz (Calastenics am grünen Dreieck)
Hier hänge ich die schon im letzten Jahr von Helge entwickelte Idee eines Sportplatzes für Erwachsenen an dem grünen Dreieck (Hundewiese) an. Die Beschreibung von Helge ist selbsterklärend: 

Allerdings, es gibt verkehrstechnische Studien die die Integration des grünen Dreiecks mit dem Platz empfehlen, indem der Abschnitt der Abraham-Lincoln-Straße gekappt werden könnte. So viele wegfallende Stellplätze - ziemlich radikal..

4. Sitzgelegenheiten
Die Finanzierung von 3 Bänke wurde im Mai 2024 durch den Stadtrat beschlossen. Und nun?
Das von uns nach dem Platzfest am Ort belassene mobile Wohnzimmer wurde sehr gut angenommen. Da es nicht ewig halten wird, soll es aber doch hoffentlich bald durch professionelle TÜV-Möbel erweitert werden. Wir hoffen uns an der Gestaltung beteiligen zu dürfen.

Außerdem stellte Thomas aus München eine Sitztreppe als großes mobiles Element zur Bespielung des Platzes und gleichzeitig zur Sperrung der Straße vor. Diese könnte zum Beispiel so aussehen:

An der Zulassung müsste man in dem Fall bestimmt länger tüfteln.

5. Mikroveränderungen
Die Verbesserung der Aufenthaltsqualität eines Ortes liegt in vielen Händen. Jeder darf seinen Beitrag im öffentlichen Raum leisten. Sei es durch eine neue Sitzbank am Gebäuderand (wie bereits vor Koriat), einen schönen Schild, oder durch gezielte Pflege. Hier fällt das Thema Pinkeln hinter der Hecke an der Kirche (alles öffentlicher Raum) auf. Wir haben uns gefragt warum diese eigentlich so hoch ist? Das lädt doch dazu ein, sich dahinter intim genug zu fühlen.. Es kam gleich ein Vorschlag von Stella:
 
Was wäre, wenn die Hecke so runtergeschnitten wäre?

In Bezug auf die Kirche kam noch die Idee von Anja, eine Brücke nach Florenz zu schlagen, da die Architektur der Kirche reichlich durch den dortigen Dom inspiriert wurde. Dies könnte durch Aufstellen eines Fotorahmens mit Aufschrift "Grüße aus Florenz" erfolgen, der die Anregung schaffen soll sich mit dem Rahmen im Vordergrund und der Kirche im Hintergrund fotografieren zu lassen und auch so unseren Platz mit Leben zu füllen. Tolle Idee! Vielleicht auch gar nicht genehmigungspflichtig. Das werden wir prüfen.

6. Möglichkeiten aufzeigen
Der Thomas aus München hat uns ermutigt die im Platz verborgene Potenziale und Möglichkeiten aufzuzeigen und sichtbar zu machen. Dem soll dieser Blogpost als Anfang dienen. Weitere Schritte müssen in den nachfolgenden Workshops entwickelt werden. Lassen wir unsere Visionen nicht von den anderen Parteien stehlen. Am Wochenende fand eine ziemlich surreale Veranstaltung auf dem Platz statt:

Zukunft der Traktoren

Hätte ich auch einen Traktor gehabt, würde ich bestimmt damit auch meine Braut zum Altar fahren wollen. Ich persönlich fand das Spektakel als eine dystopische Gegenvariante zu unseren Zukunftsvisionen ziemlich cool. Im Alltag macht der Platz sonst einen ziemlich tristen Eindruck:


Damit sich auch das ändert, werden wir Euch nach dem Sommer zum 2. Community Workshop einladen, diesmal mit großen Plänen und vielen Stiften. Lassen wir unsere Kreativität entfalten! Es wird Schritt für Schritt konkreter zugehen, da wir uns mit der Unterstützung von CGE und Stadtverwicklung bei mehreren Geldgeber um Förderung unserer Ideen bewerben. 



2023-10-26

Auswertung der Bewohnerumfrage

Foto Marina Bykova

Dank der Beteiligung von mehr als 100 Bewohner an dem Kaki Kultur Kick-Off konnten wir eine Menge an Gedanken, tollen Ideen, wie auch viele konstruktive Anmerkungen einsammeln. Die von 80 BesucherInnen während der 3 Stunden ausgefüllten Umfragen wurden nun ausgewertet. Da die Veranstaltung durch mehrere Plakate, 250 Flyer mit Briefkasteneinwurf, sowie Zeitungsartikel angekündigt war, halten wir die Ergebnisse als eine aussagekräftige und ziemlich genaue Stimme der Bewohner. Die Zahlen in diesem Eintrag wurden durch die mitgeteilten Äußerungen und Kommentare ergänzt. Bonne lecture: 


67% der Befragten wohnt in der Westvorstadt. Die Beteiligung kam aus allen Weltrichtungen um den Platz: die Straßen Hoffmann-von-Fallersleben-, Washington-, Paul-Schneider, Abraham-Lincoln-, Richard-Wagner- und die Steubenstraße waren vertreten. 22% wohnen woanders in Weimar und nur 3% außerorts. 44% nutzen den Platz täglich, 30% wöchentlich, 6% mindestens einmal im Monat, nur 20% seltener. Es ist uns also eine ganz lokale Umfrage gelungen: eine Stimme der WeimarerInnen (97%) und tatsächlichen NutzerInnen des Platzes (80%). 



Auf die Frage 'Was ist der August-Frölich-Platz für Sie heute?' antwortete die Mehrheit: ein Raum zum Queren, eine Kreuzung.   Nur 21% bestätigen es als Treffpunkt und das meistens dank der bekannten Kuchenmanufaktur. Einige Personen haben es als einen wunderschönen Platz - mit dem Vorbehalt: künftig, "to be", bzw. mit großem Potenzial bezeichnet. Außerdem spielt natürlich die katholische Kirche eine Rolle, da der Platz für mindestens 10% der Beteiligten einfach ein Platz vor der Kirche ist. 

Dass der Platz für 54% der Beteiligen ein Ort zum Queren ist, bestätigt die zentrale geographische Lage, sowie funktionelle Rolle des Platzes für die Westvorstadt. Man ist hier auch, wenn man es nicht unbedingt vor hat: eine natürliche Voraussetzung für einen lebvollen Bezirksplatz. Für ein gesundes Nachbarschafts-leben müssen aber ganz deutlich zuerst die Voraussetzungen am Ort selbst geschafft werden.

Gefragt nach besonderen vergangenen Aktivitäten, konnten nur wenige genannt werden. Viele erinnern sich an den jährlichen Laternenumzug am St. Martins Tag. Es ist tatsächlich ein wunderschönes Fest von überlokalen Bedeutung, welches zur Identifizierung mit dem Ort beiträgt. Außerdem konnten nur Boule spielen und Kaffe/Kuchen genannt werden. Diese eher magere Zuschreibung von Bedeutungen mag klare Gründe haben. Diese zeichneten sich in der fünften Frage ab. Die darauffolgende Frage brachte auch eine klare Antwort: 



Nur 14% der Befragten fühlen sich sicher auf dem Platz, und das nur die jungen Erwachsenen. 46% fühlt sich ein bisschen gestresst, vor allem beim queren der breiten Fahrbahnen. Für 40% der Nutzer ist es kein angenehmer Ort um da zu sein, bzw. fühlen sie sich gar nicht sicher. Viele Erwachsenen haben hier das empfinden ihrer Kinder übermittelt. Mehrere ältere Bewohner haben die Unüberschaubarkeit der Querungsmöglichkeiten, bzw. die Länge der Übergänge als inakzeptabel bezeichnet. Und das alles mitten im Wohngebiet!  

Wie ganz oben beschrieben, haben wir uns die Mühe gegeben, mit der Initiative bei der breiten Bevölkerung anzukommen, damit ein möglich weites Spektrum an Bedürfnissen kommuniziert werden konnte. Bei der 6. Frage 'Wie wichtig ist es für Sie, dass der Platz verkehrsberuhigt wird?' war auch die Option gegeben sich für das Verbleiben der vorhandenen Verkehrssituation auszusprechen. Die fünfte Antwort 'es soll bleiben wie es ist' hat jedoch KEINE der 80 Anwesenden angekreuzt. 

57% fanden es sehr wichtig, dass der Platz im Namen zum tatsächlichem Platz, also mit einer sehr starken Verkehrseinschränkung, wird. Es gab hier zusätzlich viele Anmerkungen: "Bitte ohne Autos!", bzw. in der 5. Frage fanden sich überzeugende Begründungen des schlechten Empfindens des Platzes, wie: unklare Verkehrsregelung, Nichteinhaltung der "rechts-vor-links" Regel durch die Autofahrer, Irreführende Gestaltung der Fahrbahn, weil die Strecke zwischen Steuben- und Washingtonstraße durch Asphalt hervorgehoben wird, "Verkehr von allen Seiten!", etc.. Diese Gruppe der Menschen konnte sich häufig einen Platz sogar ganz ohne Straßenverkehr gut vorstellen. Diese Einstellung hat unsere Vorstellungen übertroffen und Mut gegeben ein Schritt gewagter zu denken.

Weiterhin fanden zusätzliche 28% die Verkehrsberuhigung wichtig. Zu der Gruppe zählen Personen, die sich wahrscheinlich eine Umgestaltung mit starken Einschränkung der Verkehrsflächen vorstellen. Laut unseren Rechnungen wäre eine Halbierung der Verkehrsfläche ohne Einschränkung des Verkehrsflusses (durch Wegfall von 3 Bushaltestellen und des zentralen Wendeplatzes) möglich. 

Für 12% der Befragten schien das Thema egal zu sein. Auf diese Gruppe kann die Qualität der anstehenden menschenfreundlichen Planung künftig vielleicht überzeugend wirken. Nur 2 von den 80 Befragten fanden die Verkehrsberuhigung für sie unwichtig. Alle Beteiligten waren somit aktiv für eine Umgestaltung des Platzes. Auf der zweiten Seite der Umfrage standen deshalb die nächsten Fragen:

Hier herrschte an einigen Stellen, trotzt ermöglichten Mehrantworten, wieder Eindeutigkeit: 

- 76 von den 80 befragten (95%!) brachten die Notwendigkeit von mehr Sitzgelegenheiten zum Ausdruck. Es scheint ein direkter Auftrag an die Stadtverwaltung zu sein und es hat uns gefreut, dass dieser Bedarf von Frau Dr. Kolb an Ort und Stelle persönlich entgegengenommen wurde.  

- 71% wünschen sich an dem Ort mehr Grün und Bäume. Damit der Platz in dem immer länger werdenden Sommer nicht wie eine Bratpfanne wirkt, hätte man hier vielleicht an die ursprüngliche Vision der Grünen Kette um die Kirche zugreifen können. Das wunderschöne Gebäude war ursprünglich tatsächlich von einem Baumring umgeben. Ein viertel davon wurde jedoch irgendwann aus mutmaßlich denkmalpflegerischen Gründen entfernt. Eine Idee wäre es auch verstellbare Töpfe mit Bäumen zur Abgrenzung des Straßenverkehrs an den zwischenzeitlich den Fußgängern zugeschlagenen Flächen zu nutzen. Das könnte mit einem Schlag ein dreifacher Gewinn sein: Sicherheit und Ambiente dank den Schattenspender. Drittens: auf dieser Weise während der Zwischenzeit adaptierten Bäume könnten nach erfolgten Planung an ihre Endstelle direkt auf dem Platz ausgepflanzt werden.   

- ein klarer 3. Platz ging an die Idee einer Straßenbibliothek in der Form eines Bücherschrankes. Ein tolles Ergebnis welches bestimmt noch besser mit den guten Sitzgelegenheiten, sowie reduziertem Verkehrslärm in Einklang gebracht werden könnte. Ein Lesergarten in der Verlängerung des Pfarrergartens wäre eine ansprechende Möglichkeit an Sommertagen.. 

- viele Befürworter (38% Angaben) fand das Thema Bewegung. Dank dem tollen Team der Parkour Leute wurde Calastenics den Anwesenden anschaulich gemacht. Viele konnten auch die mitgebrachten Geräte selbst ausprobieren und erleben, wie toll es ist auf frischer Luft Sportübungen zu machen. Einer der Nachbarn hat die Idee einer Calastenics Anlage für ältere Jugendliche und Erwachsenen an dem heute komplett (außer Hunde) ungenutztem grünem Dreieck südlich der Kirche vorgestellt. Diese wäre relativ unkompliziert, mit dem Vorbehalt es handelt sich um kein Kinderspielplatz, realisierbar, so die Stadtvertreterin.  

- die fünfte der am meisten gewählten Funktionen, die der Platz unbedingt erhalten soll, war Wasser. Das unter dem Platz im Kanalrohr fliesende Lottebach möge hoffentlich eines Tages das Tageslicht wieder sehen... Dies würde mit dem auch geäußertem Wunsch nach einem "Ort zum Entspannen" doch Hand in Hand gehen.  

Alle die fünf Funktionen könnten und sollten noch vor der großen künftigen (also ungewissen) Umgestaltung auf eine zeitnahe Umsetzung überprüft werden, da sie einem klaren Wunsch der Bewohner entsprechen. Die weiter aufgeführten Funktionen scheinen weniger zu brennen, da sie auch Bestandteile der Einrichtung eines schon funktionierenden städtischen Platzes sein könnten.

Eine ähnliche Zahl der Angaben (knapp unterhalb 1/3) befürwortete die Schaffung von neuen Spielgelegenheiten, Fahrradstellplätze, Kunstinstallationen, sowie die Veranstaltung eines Markts mit regionalen Produkten. 10% der Befragten befürworteten die Idee eines Pavillons für Nachbartreff. Es wurde auch das Thema der derzeit unzureichenden Beleuchtung angesprochen. Das sind also zusätzliche Themen die nach Beginn der Umplanung vielleicht nicht vergessen werden sollten. 

So kommen wir auch zu der 8. Frage in der die Befragten um Auflistung der möglichen Veranstaltungen oder Aktivitäten gebeten worden sind. Ein klarer Sieger in der Kategorie war der Flohmarkt! Zu den interessanten Ideen zählten auch das Freilichtkino und öffentliches Lagerfeuer (hoho!). Apropos, gab es schon ein Genius Loci an der katholischen Kirche? Natürlich mehrmals ausgedruckt war auch der klare Verbleib für den Boule-Platz! Außerdem waren Stichwörter wie Nachbarfest, Stadteilfest, Kindertagesfest, Familienfest häufig auf den Zungen. Alle diese Ideen wurden unter eine Schirmidee eines (jährlichen?) Platzfestes aufgenommen und vor Ort verkündet. 


Der Bedarf nach Alternativen zu den altstädtischen Festen scheint in der Westvorstadt da zu sein. Ein jährliches Platzfest könnte tatsächlich die Form eines großen Flohmarktes haben, da sich an sowas viele Familienhäuser gleich gerne beteiligen. Wir stellen uns aber auch vor, dass das eine geniale Gelegenheit sein könnte um alle in der Westvorstadt und natürlich auch in der ganzen Stadt sich entwickelnde Initiativen hier an einem Tag zusammen zu bringen und sich einander vorzustellen. "Gemeinsam sind wir stark!" und es ist schade, wenn viel Kraft in getrennte Gruppen-arbeit investiert wird ohne Erkundung der möglichen Synergien..  

In der 11. Frage haben wir um weitere Vorschläge für die Zeit bis zu dem großen Umbau gebeten. Die vielen tollen Stimmen lassen sich folgend zusammenfassen:
- VERKEHR - "aus der Perspektive der Fußgänger denken!" schrieb eine Bewohnerin. Es ist ein inspirierender Hinweis zum Überdenken des Platzes vielleicht gar ohne Autos, bzw. mit Autos als Gast. Da der Platz von einem vollständigen Straßennetz umgeben ist, da er nicht zwingend als Abkürzung zwischen Steuben- und Erfurter Straße genutzt werden muss, wäre eine Umlenkung der großen Mehrheit des Verkehrs sicherlich denkbar.  
- GUTE NACHBARSCHAFT - hohe Aufenthaltsqualität: ja, Partyzone: nein. Natürlich wollen wir die Bedürfnisse der Anwohner, die direkt auf den Platz blicken, erkennen und respektieren.       Die neuen Nutzungen sollen den aktuellen Verkehrslärm nicht übertreffen. Zum Thema Sorgen um einen zweiten Wielandplatz wird es auf diesem Blog einen besonderen Eintrag geben.
- REZEPTE - man sagt, viele Köche verderben den Brei. Um eventuell widersprechenden Interessen entgegenzukommen, um einem planerischen Fiasko vorzubeugen, fangen wir schon jetzt an Rahmenforderungen an die Stadtplanung durchzudenken, in der Hoffnung, dass diese künftig auch an der richtigen Stelle verdaut werden. Dafür werden wir uns noch häufig am Platz sehen müssen. Und weil in vielen Häusern die Küche die zentrale Anlaufstelle ist, stellen wir uns vor, dass ein gemeinsames Kochen am Platz eine tolle Sache sein könnte (t.b.c.). Lasst Euch schmecken!     

Last but not least: der große Gewinner des Kaki Kultur Kick-Offs ist der Spitzname Fröhlich! Wir haben uns aber auch gefreut den Namen Lindenplatz zu hören. Zusammen mit dem Namensgeber August-Frölich kam der Spitzname auf eine große Mehrheit der Stimmen. So, jetzt haben wir keine Wahl mehr als Fröhlich miteinander! 

Foto Marina Bykova

2023-09-08

Lernen von "Meanwhile city"

Eine tolle Veröffentlichung "Meanwhile City" von Milk - erhältlich kostenlos hier - inspirierte mich zu folgenden Gedanken bezügliche einer Zwischennutzung des Platzes bis zu deren Neugestaltung nach 2030.


Eine durch die Nutzergemeinschaft gemeinsam entwickelte Zwischennutzung ist von entscheidenden Rolle für den Erfolg eines neuen städtischen Raumes.

Für die Erbe der Zwischennutzung :

- Bildungsvorteile - neue Fähigkeiten die Nutzer dabei für das ganze Leben erlernen können. Nota bene: Es befinden sich in direktem Einzugsgebiet des Ka-Ki-Platzes 4 große Bildungseinrichtungen (JenaPlan Schule, Friedrich-Schiller-Gymnasium, Goethegymnasium, Pestalozzi Grundschule).

- gute Design Lösungen - wir halten bereits Ausschau!

- ein Betriebskonzept, das die kulturelle Aktivitäten ermutigt, lokale Geschäfte unterstützt und mit der Gemeinschaft für deren Zusammenhalt arbeitet ist von enormen Bedeutung und trägt zum Leben nach der Zwischenzeit bei. 

- Umweltfreundlichkeit ist der Schlüssel. Es muss überlegt werden was mit jedem Teil des Projektes danach passieren wird. Idealerweise, was verbleibt auf und um den Platz nach dem Projektende sind Fähigkeiten und Inspirationen, dafür keine Spuren in der Umwelt.

Die Zwischennutzung ist nicht nur Marketing. Neben ein Werkzeug für Kommunikation, Konsultationen und Veränderung der Wahrnehmung eines Ortes zu sein, muss es auch eine künftige Realisierbarkeit enthalten, bzw. generieren.

Gleichzeitig muss die Zwischennutzung von den Entwickler der Endnutzung (Stadtverwaltung Weimar) als das Fundament für die Endnutzung gesehen werden. Es gibt keinen Grund, beide Entwicklungsphasen als getrennt voneinander zu betrachten.

Eine Zwischennutzung kann sich auf vielen Ebenen abspielen, die zwischen temporär und permanent (innerhalb des begrenzten Zeitraumes) variieren. Eine temporäre Möblierung die witterungsabhängig bereit gestellt wird ist Beispiel für eine günstige Bereicherung des öffentlichen Raumes. Ein Pavillon ist ein Beispiel für eine kostenintensivere dafür aber ehrlichere Lösung, die mit vielen Vorteilen verbunden sein kann, in dem Simulationen einer später realisierbaren Ergänzung des Programms über einen längeren Zeitraum getestet werden können.

Um es uns einfacher zu machen, werden in dem Buch 10 Schritte zu einer erfolgreichen Zwischennutzung beschrieben. Hier eine Zusammenfassung:

1. Mit einem breit geteilten Ziel beginnen. (hier ist was noch vor dem ersten Schnee zu erwarten)

2. Partner finden und bereit zum Experimentieren bleiben. (daran arbeiten wir gerade intensiv)

3. Finanzierung nachhaltig sichern. (hierfür brennen schon einige Gehirne)

4. Umwelteinfluss auswerten - flexibel und nachhaltig über die Projektzeit hinaus. (selbstverständlich)   

5. Lokale Gemeinschaft kennenlernen und engagieren. (merkt Euch schon den 22.10.2023)

6. Vertrauen zwischen Bewohnern, Geschäftsleuten und lokalen Verwaltung aufbauen. (das ist das langfristige Ziel aller unseren Aktivitäten. Wir freuen uns auf eine langfristige Fortsetzung der bereits ertragreichen Zusammenarbeit. Dafür werden wir von allen Richtungen Offenheit und Hilfsbereitschaft brauchen)

7. Lösungsansätze diversifizieren. (flexibel sind wir von Natur aus)

8. Tagtäglichen Betrieb berücksichtigen. (erst nach 2025)

9. Werte und Aktivitäten klar kommunizieren! (es wird nach Kommunikationsspezialisten gesucht)

10. Klein beginnen um die Ergebnisse hochzuskalieren. (Ihr seid die Lawine!) 

Die Welt hat schon hunderte tolle Beispiele erfolgreicher Zwischennutzungen im öffentlichen Raum gesehen, die die Nutzergemeinschaften zusammen gebrach und resilienter gemacht haben. Wir hoffen mit Euch neue, oder bereits gut bewahrte Ideen auf dem Ka-Ki-Platz umzusetzen - und dabei noch ganz viel Spaß haben. 

2023-06-20

Slalom Gigant

Slalom Gigant?

Stahlwald?

Lolly-land?

Straßenzeichen Wettbewerb?



Wie viele von den Gerätschaften sind hier eigentlich notwendig?

- T-Kom Straßentelefon: außer meinen eigenen Kindern habe ich nie einen hier telefonieren gesehen.

- Ende Parkfrei Zone: der ganze Platz müsste eine parkfreie Zone sein

- Haltestelle Nr. 12: nur zum Aussteigen. Ja wirklich? und warum nicht einer der 11 anderen?


Weiterhin:



Es wäre nicht schlecht bei einer Neugestaltung des Umfeldes die Sitzbänke für die Reisende außerhalb des Laufweges, in der Ruhezone neben Fahrplan aufzustellen.

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