Einwohneranfrage zum August-Frölich-Platz - Wortlaut der Anfrage wie am 02.09.2026 bei der Stadtverwaltung anlässlich der Stadtratssitzung am 16.09.2026 eingereicht:
Auswertung bisheriger Maßnahmen und Prüfung eines befristeten Verkehrsversuchs
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates,
die Diskussion um die Verkehrssicherheit und zukünftige
Entwicklung des August-Frölich-Platzes reicht inzwischen mehrere Jahre zurück.
Ausgangspunkt war 2021 eine Petition für einen sicheren
Fußgängerübergang. In Reaktion darauf entwickelte die Stadt Maßnahmen zur
Verbesserung der Querungsmöglichkeiten; 2024 wurden die heutigen Verkehrsinseln
bzw. Fahrbahneinengungen im Rahmen eines städtischen Verkehrsversuchs
eingerichtet.
Das bürgerschaftliche Engagement entwickelte sich seitdem
über die ursprüngliche Frage der sicheren Querung hinaus und nahm zunehmend
auch die Nutzung und Gestaltung des August-Frölich-Platzes als öffentlichen
Raum in den Blick. Dieser Prozess wurde zunächst durch den Lokalen
Aktionsplan Weimar und zuletzt durch die Partnerschaft für Demokratie
Weimar unterstützt. Im Rahmen dieser Unterstützung konnten insbesondere
Dialog- und Beteiligungsformate mit Anwohnerinnen und Anwohnern sowie weiteren
Akteuren des Stadtteils durchgeführt werden.
Weitere Erkenntnisse entstanden durch die FröHlich
Festivals 2024 und 2026, die Zusammenarbeit mit der Bauhaus-Universität
Weimar sowie die Bürgerbefragung zur Zukunft des Platzes. Die Befragung
zeigte eine deutliche Unterstützung für eine Weiterentwicklung des Platzes,
insbesondere hinsichtlich Verkehrssicherheit, Verkehrsberuhigung und
Aufenthaltsqualität.
Während der Festivals wurde der Platz jeweils für ein
Wochenende vom Durchgangsverkehr befreit und als öffentlicher Stadtteilraum
genutzt. Diese Erfahrungen zeigen Möglichkeiten einer anderen Nutzung, ersetzen
aufgrund ihrer kurzen Dauer jedoch keine Untersuchung unter normalen
Alltagsbedingungen mit Berufs-, Schul- und Busverkehr.
Eine weitere Rahmenbedingung bildet die noch offene Zukunft
des angrenzenden regionalen Busbahnhofs. Die Anforderungen des Busverkehrs sind
bei der weiteren Entwicklung des Platzes zu berücksichtigen, ohne dass damit
zwangsläufig alle zwischenzeitlichen Untersuchungen und Erprobungen von einer
langfristigen Standortentscheidung abhängig sein müssen.
Nach inzwischen mehreren Jahren der Beteiligung und ersten
Erprobungen bitten wir die Stadt daher um Beantwortung folgender fünf Fragen:
1. Welche Ergebnisse hat die Stadt aus dem 2024
durchgeführten Verkehrsversuch am August-Frölich-Platz gewonnen und welche
Schlussfolgerungen wurden daraus für die Verkehrssicherheit und weitere
verkehrliche Entwicklung des Platzes gezogen?
2. Wie bewertet die Stadt die inzwischen
vorliegenden Ergebnisse aus Bürgerbefragung, Dialogformaten und weiteren
Beteiligungsprozessen hinsichtlich des Handlungsbedarfs und der zukünftigen
Entwicklung des August-Frölich-Platzes?
3. Welche fachlichen Erkenntnisse fehlen aus
Sicht der Stadt noch, um über eine weitergehende Verkehrsberuhigung bzw.
Einschränkung des Durchgangsverkehrs entscheiden zu können, und könnten diese
durch einen zeitlich begrenzten und vollständig reversiblen Verkehrsversuch –
beispielsweise über sechs Monate – unter normalen Alltagsbedingungen gewonnen
werden?
4. Welche konkreten Abhängigkeiten sieht die
Stadt zwischen der weiteren Entwicklung des August-Frölich-Platzes und der noch
offenen Zukunft des regionalen Busbahnhofs, und welche Schritte können
unabhängig von dieser Entscheidung bereits jetzt erfolgen?
5. Welche konkreten nächsten Schritte und
welchen zeitlichen Rahmen sieht die Stadt für eine weitere Erprobung und die
darauf aufbauende Entscheidung über die zukünftige verkehrliche und räumliche
Entwicklung des August-Frölich-Platzes vor?
mit freundlichen Grüßen,
Gall Podlaszewski

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