Ein wichtiger Meilenstein zur Diskussion über Zukunft des August-Frölich-Platzes wurde am 31.01.2025 im Gemeinschaftshaus der Pfarrerei gelegt als die StudentInnen der Bauhaus-Universität-Weimar ihre Semesterarbeiten im Rahmen vom Seminar "Placemaking as Grassroots Urbanism" vorgestellt haben. Wir bedanken uns herzlichst an allen Teilnehmenden für die sehr fruchtvolle Zusammenarbeit!
Das Seminar wurde von Giovanni Munoz, Leonie Borutta, Rana Saadallah und Karina Mendoza von der Professur für Sozialwissenschaftliche Stadtforschung von Prof. Dr. Frank Eckardt geleitet. Im Laufe des Seminars wurde die kreative Arbeit in vier Szenarien aufgegliedert die sich auch, so unsere Hoffnung, zur Gliederung der weiteren Konzeptplanung für den Platz eignen wird.
Wir sind sehr gespannt wie Ihr, Anwohner, die Szenarien ansieht und versteht. Welches Potential steckt in ihnen? Schritt für Schritt werden wir jedes der Szenarien durchleuchten und mit Euch ausdiskutieren wollen, damit im Endeffekt ein möglichst wahrscheinliches Szenario entstehen kann, welches wir als einen weiteren Meilenstein nehmen werden können. Es folgt zuerst eine kurze Vorstellung aller vier Szenarien:
1. Platz für Feste - Festival Square
Vom Freitag bis Sonntag im Frühling verwandelt sich der Frölich-Platz in der Westvorstadt in eine lebendige Begegnungsstätte für Jung und Alt. Das FRÖ(H)LICH Fest bietet ein buntes Programm für die ganze Nachbarschaft: Konzerte, Puppentheater, eine Filmnacht, einen Flohmarkt sowie zahlreiche Workshops und Mitmachangebote – von Tanzkursen und Sportaktivitäten bis hin zu einem mobilen Friseur.
Ein besonderes Highlight ist der Gartenworkshop, der nachhaltige Urban-Gardening-Projekte ins Leben rufen soll. Diese sollen auch nach dem Festival bestehen bleiben und langfristig zu einer grüneren Nachbarschaft beitragen. Ebenso werden während des Festivals Sitzmöbel gebaut, die danach dauerhaft zur Verfügung stehen, um den Platz noch einladender zu gestalten.
Ein weiteres spannendes Element ist die Vorstellung der “Time Machine”, die in Zukunft den Frölich-Platz bereichern wird. Das Festival zeigt, wie der Platz anders genutzt werden kann und wird für das Wochenende vom Autoverkehr beruhigt, um Raum für Begegnung, Kultur und Gemeinschaft zu schaffen.
AutorInnen: Daniel Vinasco, Nourhan Said, Sophie Tempelhoff, Eda Ünal
2. Wochenendplatz - Weekend Square
Unser Entwurf verwandelt den August-Frölich Platz in einen dynamischen, inklusiven öffentlichen Raum für Austausch und Begegnung. Wochenendliche Straßensperrungen schaffen eine autofreie Umgebung für verschiedene Aktivitäten, darunter ein Bauern- und Flohmarkt, morgendliches Yoga, ruhige Leseecken, Essensstände und Ball- sowie Brettspiele. Das bestehende Café Koriat bereichert den Raum mit Erfrischungen und gemütlichen Entspannungszonen. Bewegliche Leinwandflächen bieten Platz für künstlerischen Ausdruck und Informationsaustausch. Multifunktionale, mobile Möbel geben den Besuchenden Bewegungsfreiheit und lassen den Platz einfach unter der Woche in eine Autokreuzung zurückverwandeln.
Bis in den Abend hinein können hier Live-Auftritte, Silent-Discos und Open-Air-Kino stattfinden. So kann der Platz zu einem Ort der Kreativität, kulturellem Engagement und Gemeinschaft werden, der die Identifikation der Bewohnenden mit ihrer Umgebung fördert.
So die AutorInnen: Tarek Ahmed, Pauline Sommerhäuser, Siva Mahmood, Barbora Gregová
3. Verkehrsberuhigter Platz - Woonerf
Das Projekt zielt darauf ab, einen sicheren nachbarschaftlichen Platz zu schaffen, der in diesem Teil von Weimar noch nicht vorhanden ist. Das Szenario des Woonerf(niederländisch für Wohngebiet) schafft einen “shared space”, in dem Fußgänger*innen, Radfahrer*innen und Autos sich gleichwertig begegnen. Das Konzept basiert auf einer Anhebung des Platzes, die eine visuelle Unterscheidung von den sich dort verknotenden Straßen ermöglicht und den Fußgänger*innen einen gemeinsamen, niveaugleichen Raum und den Autofahrer*innen einen physischen Auslöser für Aufmerksamkeit und einen Grund zum Abbremsen bietet.

Der Platzentwurf nutzt größtenteils die bereits vorhandenen optischen Kurven der gepflasterten Oberfläche, schafft aber eine Verbindung zwischen Kirche und gegenüberliegendem Häuserblock. Die Straße, die den potenziellen Platz in Stücke schneidet, geht durch den niveaugleichen Belag in den Raum über. Durch die Einführung der “shared space” Zone, die den Autoverkehr beruhigt, und die Platzierung von Pflanzen und kleinen Grünflächen als Abgrenzung zu den umliegenden Straßen, entsteht das Gefühl eines städtischen Innenraums mit einem geschlossenen und kohärenten Raum. Die „Zukunftsmaschine“ als begehbares Stadtmöbel steht in der Mitte des Platzes, zieht die Aufmerksamkeit auf sich und regt zur aktiven Teilnahme an. Das Konzept stärkt auch Gemeinschaften, die sich um die Kirche oder die Gastronomie herum gebildet haben, indem es die Menschen zum Verweilen auf dem Platz einlädt und so die soziale Interaktion in der Nachbarschaft fördert.
AutorInnen: Cabral Margarida, Ciortan Cristian-Vlad, Robak Aleksandra
4. Autofreier Platz
Wir schlagen vor, einen attraktiven, bespielbaren und fußgängerfreundlichen Interaktionsort zu schaffen, der die Nachbarn, insbesondere Kinder, berücksichtigt. Die Bushaltestelle wird verlegt, da es sich um einen für Fahrzeuge gesperrten Bereich handelt, und es wird nur ein Radweg durch den Bereich führen, um ihn fußgängerfreundlicher zu gestalten. Der ursprüngliche Grundriss des Platzes bleibt fast unverändert, mit Ausnahme der geometrischen Form. Organische Formen werden verwendet, um den Ort ansprechender zu gestalten. Die Hauptroute teilt den Platz in drei Hauptbereiche: den Spielplatz mit Spielgeräten für Menschen und ihre Haustiere, die bespielbaren Brunnen mit kleinen Becken und den gemütlichen Sitzbereich mit Bühne.
Der Spielplatzbereich befindet sich südlich der Kirche, sodass die Einrichtungen die Sicht auf die Kirche nicht versperren. Vor der Kirche wird der Bereich der bespielbaren Brunnen angelegt. Dieser dient nicht nur als Landschaftsinstallation, sondern auch als Interaktionsmöglichkeit zum Spielen. Der gemütliche Sitzbereich befindet sich gegenüber der Kirche, vor dem bestehenden Café, sodass die Menschen eine gute Aussicht auf die Kirche genießen und dabei ein Getränk und Dessert in Ruhe genießen können. Die Bühne neben dem gemütlichen Sitzbereich bietet die Möglichkeit für temporäre Aufführungen. Darüber hinaus bietet die Hauptroute auch Raumfreiheit für temporäre Aktivitäten wie Aufführungen und Spielaktivitäten.
AutorInnen: Dzhuliana Farkhat Dib, FengYi Yan, Jessica Lattanzi, Xingyu Lu
Gefördert durch Bauhaus-Universität-Weimar (Seminar)
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